Sizilianisches Lexikon - Von Taormina bis Trapani

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissensdurst

Taormina. Taormina ist eindeutig die touristische Hauptstadt Siziliens. Etwa eine Millionen Besucher kommen jährlich hierher. Die 10.000 Einwohner des Städtchens leben überwiegend vom Tourismus. Trotz der Massen hat der Ort seinen Charme bewahrt.
Im letzten Jahrhundert war Taormina vorwiegend Winterurlaubsziel für wohlhabende Reisende, heute ist im Sommer Hochsaison für Touristen aus allen Teilen der Welt. Die Deutschen bilden mit etwa 40 Prozent den Hauptteil.
Die Stadt liegt etwa 200 Meter hoch über dem Meer. Im Hintergrund ist der Ätna zu sehen. Der Corso Umberto I ist die wichtigste Flaniermeile und Orientierungspunkt in der Stadt. Von der Porta Messina geht es fast 1 km zu Fuß bis zur Porta Catania durch das mittelalterliche Zentrum der Stadt, vorbei an der Piazza 9 Aprile mit weitem Blick auf die Küste. Unzählige Geschäfte, Trattorien und Restaurants säumen den Weg. Mag man es etwas ruhiger, kann man in eine der vielen, kleinen Seitengassen ausweichen, in denen sich noch lauschige Plätzchen und ursprüngliche Läden finden lassen.
Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Teatro Greco-Romano, ein griechisch-römisches Amphitheater, in dem heute noch Aufführungen stattfinden und von dem man einen unvergleichlichen Ausblick hat. Schon Goethe genoss gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Blick vom griechisch-römischen Theater auf die Stadt und den Ätna und nannte Taormina einen "Paradieszipfel".

Tindari. Der Ort muß schon seit der Antike wegen seiner schönen Lage auf einer hohen Klippe über dem Marc Secco eine Wallfahrtsstätte gewesen sein: ebener Sandstrand mit flachen Lagunen, aus dem die Felsen über 200 Meter hoch aufsteigen, die einen phantastischen Rundblick bis zum Ätna erlauben. Zu sehen sind die Reste eines griechischen Theaters sowie eine römische Siedlung mit Marktplatz und gewaltige Mauern. Das Ziel der Pilger von heute ist die wundertätige Schwarze Madonna in einer modernen Basilika.

Torrenova, eine Ortschaft in den Nebrodis, die durch den imposanten Torre del Gatto (Turm der Katze) überragt wird und Ende des 16. Jh. gegen die Uberfälle der Barbaren errichtet wurde.

Trapani. Seit der Antike die Handelsstadt an Siziliens Westspitze, auf sichelförmiger Halbinsel (griechisch Drepanon = Sichel). Das Gassengewirr des Casalicchio, eines Teils der Altstadt, erinnert an die Zeit der Araber, als hier auch viele Juden lebten und Handel trieben. Sehenswert ist das Museo Pepoh, stimmungsvoll sind die Salmen südlich der Stadt. Trapani war einst ein karthagischer Kriegshafen und ist heute ein wichtiger Umschlagplatz für den Salzexport.

Tusa (Nebrodi). Auf einer Anhöhe nordöstlich der Stadt liegen die Ruinen von Halaesa, einer antiken griechischen Kolonie aus dem 5. Jh. v. Chr., die in römischer Zeit florierte und im 9. Jh. von den Arabern zerstört wurde. Es sind noch Mauertrakte mit rechteckigen Türmen übrig, Teile der Akropolis und eines hellenischen Tempels, sowie ein Kolumbarium in opus reticulatum, das wahrscheinlich zur Nekropolis aus römischer Zeit gehörte.